Sonnenstrom aus Noswendel?

Text: Stefan Adam
Foto: PV-Freiflächeanlage in Weierweiler
Vor einigen Wochen hatte der Ortsrat in Noswendel über den Bau einer Freiflächen-Photovoltaik Anlage am Ortseingang von Noswendel zu befinden.
Der Bau der Anlage wurde mit den Stimmen von CDU und Pro Hochwald abgelehnt. Als Begründung wurde die Verschlechterung des Ortsbildes angeführt.
Dazu fällt mir eigentlich nur eines ein: Respekt! Respekt für den Mut im Jahr 2020 ein sowohl ökonomisch als auch ökologisch in höchstem Maße sinnvolles Projekt mit einer solch oberflächlichen Begründung abzulehnen!
Die geplante Anlage könnte pro Jahr Strom für geschätzt 1.000 – 2.000 Haushalte herstellen. Betreiber der Anlage wäre eine Energiegenossenschaft, an der sich auch die Bürger der Stadt Wadern finanziell beteiligen können. Bürgernäher kann regenerative Energieerzeugung nicht stattfinden.
All dies soll nach dem Willen der Mehrheit des Ortsrates Noswendel nun nicht entstehen – wegen der Optik!
Wadern überlässt die Wertschöpfung hier offensichtlich lieber einer anderen Gemeinde. Das ist nicht neu. Gerade beim Thema Windkraft wurden schon Anlagen kleiner als ursprünglich geplant oder überhaupt nicht gebaut/genehmigt. Wieviel Geld lässt Wadern hier eigentlich pro Jahr liegen, wenn man das maximale Ausbaupotential von Windkraft und Photovoltaik zugrunde legt?
Hat man Geld wie Heu, mag das keine Rolle spielen. Wenn ich dann aber im Amtsblatt beim Thema „Schwimmbad“ lesen muss „…sie werden es ahnen, das Geld reicht hinten und vorne nicht“, bekommen diese entgangenen Einnahmen für mich eine ganz andere Qualität.
Die in Noswendel geplante Anlage muss m.E. noch zur Entscheidung in den Stadtrat. Hoffentlich wird hier eine zukunftsträchtigere Entscheidung dazu gefällt!
Vielleicht blicken die Menschen dann in Zukunft auf diese Anlage und denken: „Sieh an, die in Noswendel haben die Zeichen der Zeit erkannt und das Richtige getan.“

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