Wie gut ist der ÖPNV in Wadern und Umgebung?

Der Stadtverband Bündnis90/Die Grünen machte den Test
(ein Bericht von Emely Beck)
Die meisten haben ihn bestimmt schonmal benutzt: den Bus. Doch wenn man mal ehrlich ist, war man bei der letzten Fahrt noch Schüler/-in.
Doch woran liegt es, dass das Busfahren für viele so unattraktiv ist?Immerhin besitzen die Saarländer im landesweiten Vergleich die meisten Autos.
Wir, der Stadtverband der Grünen, fragte sich dies auch. Den vielen Gedanken, die wir uns im Voraus machten, ließen wir Taten folgen.
Am Samstag, den 20.10.2018 machten wir den Test. Mit einer Gruppe trafen wir uns am Busbahnhof Wadern und wollten von dort aus mit dem Bus nach Nunkirchen gelangen. Positiv sind uns vor allem die zentrale Lage des Busbahnhofes und die funktionierenden digitalen Auskunftstafeln dort aufgefallen. Der Busbahnhof liegt nur wenige Meter von zahlreichen Geschäften entfernt. Auch die Anzeigen, die genaue Auskunft über die baldig ankommenden Busse gaben, halfen uns beim zurechtfinden.
Auffällig war jedoch die gähnende Leere, die am Busbahnhof herrschte.
Um ca. 9:45 Uhr kam dann unser Bus Richtung Nunkirchen. Hier erwartete uns ein sehr netter und kompetenter Busfahrer, der uns all unsere Fragen beantworten konnte. Auch der Bus schien sehr neu und modern. Man konnte sich ohne Probleme ins WLAN einloggen und digitale Bildschirme zeigten uns die nächsten Stationen, das Wetter und Nachrichten an. Doch auch hier war sie wieder, diese gähnende Leere. Ohne die Grüne Gruppe wäre der Bus völlig ausgestorben gewesen.
Die Fahrtkosten waren erschreckend hoch. Ein Gruppenticket, hin und zurück, kostete 14,80€. Eine Einzelfahrkarte hatte den stolzen Preis von 7,40€. Die etwa 20 Minuten dauernde Fahrt ging über Dagstuhl, Noswendel, Bardenbach, Büschfeld nach Nunkirchen.
Um 10:06 kamen wir in Nunkirchen an und überbrückten die Zeit bis zur Rückfahrt in einem Café.
Dort schauten wir uns weitere Strecken per Tablet an. Auffällig war, dass es unmöglich war, am selben Tag nach Löstertal oder Wadrill zu kommen. Es gab einfach keine Verbindung, die in diese Orte führte.
Um 10:50 ging es dann wieder zurück nach Wadern.
Und da war sie wieder, unsere alte Freundin: die gähnende Leere. Erst in Bardenbach stieg ein etwa 14 jähriger Junge in den Bus. In diesem Bus war zudem keine Anzeige, die die nächste Haltestelle angab. Lediglich eine sehr leise und kaum zu verstehende Durchsage verkündete den nächsten Halt.
Mit der Ankunft um 11:10 am Busbahnhof Wadern ging unser kleiner Test zu Ende.
Als Fazit kann man festhalten, dass die Busse sehr sauber, weitgehend modern und die Busfahrer sehr kompetent waren.
Doch zu hohe Preise und unpraktische Zeiten schrecken viele weiterhin vom Nutzen des ÖPNV ab.
Zudem werden oft Orte, wie Wadrill und Löstertal kaum angefahren, vor allem an Wochenenden.
Wir Grünen fordern billigere Preise und ein besser ausgebautes öffentliches Nahverkehrsnetz, damit wir als Bürger/-innen nicht immer zur C02 Produktionsmaschine Auto greifen müssen.

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